"Jetzt bräuchte es dringend einen interdisziplinären wissenschaftlichen Pandemierat, der sich aus unterschiedlichen Fachleuten zusammensetzt, aus Virologen, aus Medizinern, aber auch Sozialwissenschaftlern, Wirtschaftswissenschaftlern, Pädagogen und Psychologen. Wir brauchen ein breites Spektrum von Fachleuten, die Maßnahmen erarbeiten und vorschlagen, die während der Durchführung die Wirksamkeit der Maßnahmen bewerten und entsprechende Anpassungen empfehlen. Das wäre die Aufgabe eines Pandemierats", ist Dr. Franz Ploner vom Team K überzeugt.
Klaus Stöhr, langjähriger Leiter des Global-Influenza-Programms und SARS-Forschungskoordinator der WHO, der ähnliche Überlegungen für die Politik vorschlägt, hat kürzlich in einem Interview auf die Frage, was er tun würde, wenn er Pandemiekoordinator der Bundesregierung wäre, geantwortet: "Ich würde die Experten zusammenrufen und ihnen sagen: Ihr habt eine Woche Zeit, um die Zahlen zusammenzutragen und das Problem zu formulieren. Wir erheben Dinge wie etwa: Wie groß ist der Anteil des Einzelhandels am Infektionsgeschehen? Welche Zahlen haben wir in den Schulen, in den Intensivstationen, den Alten- und Pflegeheimen. Dann würde ich sagen: Wenn ihr die Zahlen habt, legt mir drei Alternativen für die nächsten Schritte vor. Dann hätten wir eine Entscheidungsgrundlage, die auf einem wissenschaftlich fundierten Diskurs beruht. In vielen Unternehmen wird so entschieden – und es gibt unzählige Beispiele, dass komplexe Probleme so gelöst werden können."
"Während unsere politischen Verantwortlichen täglich auf ein Dashboard mit den Inzidenzzahlen und neuen Positiven blicken, fehlt ihnen offenbar ein Dashboard für die Probleme, die ihre Maßnahmen in der Gesellschaft auslösen. Gerade bei jenen ohne Lobby, angefangen bei unseren Kindern", so Paul Köllensperger.
Das Team K ist überzeugt: "Ein breit aufgestellter und klar kommunizierter Pandemierat, dessen Mitglieder auch in die Kommunikation eingebunden werden, würde Transparenz und Klarheit in die Entscheidungen bringen, die die Bürger und Bürgerinnen annehmen und mittragen würden. Auch würde ein solcher Gremium zur Entpolitisierung der Krise und zur objektiven Wahrnehmung dieser Pandemie beitragen: Es handelt sich nicht nur um ein medizinisch/virologisches sondern um ein gesamtgesellschaftliches Ereignis. Mit so einem Beirat ginge die Debatte endlich auch in Richtung Minimierung der unerwünschten Nebenwirkungen."